Produktion

Die Bühnen Köln sind einer der großen Produzenten von darstellender Kunst in Deutschland

Wenn es um das Erleben von Theater, Tanz und Oper geht, ist Ästhetik von entscheidender Bedeutung. Viele Besucher*innen verlassen die Vorstellungen mit den eindrucksvollen szenischen Erzählungen, den Bühnenbildern und den Kostümen im Gedächtnis. Doch der Weg zu diesen Erlebnissen ist lang und erfordert oft Monate intensiver künstlerischer Arbeit. 

Der Prozess beginnt mit kreativen Köpfen hinter den Kulissen: Ein*e Intendant*in lädt in der Regel zuerst eine*n Regisseur*in zur Erarbeitung eines Konzeptes für ein bestimmtes Stück ein. Um die/den Regisseur bildet sich in der Regel ein Regieteam mit unter anderem den Kostüm- und Bühnenbildner*innen. In enger Zusammenarbeit mit den Regisseur*innen und deren künstlerischen Konzepten kreieren sie die ersten Entwürfe, die die Grundlage für die Produktion und deren Herstellung an den Bühnen Köln bilden. 

Im nächsten Schritt übernehmen die Werkstätten – hier pulsiert das kreative handwerkliche Herz der Bühnen Köln. 2021 öffneten die neuen Werkstätten in Köln-Kalk ihre Türen. In den 8.000 Quadratmeter umfassenden Hallen befinden sich unter anderem eine Schreinerei, eine Schlosserei, ein 60x24 Meter großer Malsaal sowie eine Dekorationswerkstatt und Arbeitsräume für die Theaterplastiker*innen. Hier werden die Bühnenbilder für Oper und Schauspiel hergestellt. Diese müssen, um einen Repertoirebetrieb zu gewährleisten, leicht auf- und abbaubar sein. Pro Spielzeit werden hier dutzende Bühnenbilder von mehr als 50 Mitarbeiter*innen erschaffen, die mit ihrem handwerklichen Geschick und ihrer Kreativität die Ideen der Regieteams und damit die Produktionen zum Leben erwecken. Für ein großes Opern-Bühnenbild werden 14 Monate Arbeit bis zur Premiere benötigt; für ein Schauspiel-Bühnenbild bis zu sieben. 

Die Dimensionen sind nicht weniger eindrucksvoll, wenn man den Blick auf die Kostüme und deren Herstellung lenkt. In einer Operninszenierung kommen manchmal mehrere Hundert Kostüme für die Solist*innen, den Chor, oder Statist*innen zum Einsatz. Dabei greifen unsere Mitarbeitenden der Kostümabteilung nicht nur auf einen eigenen großen Fundus zurück, der aus mehr als 80.000 historischen und zeitgenössischen Kostümen besteht, sondern fertigen auch durchschnittlich ca. 2.500 neue, maßgeschneiderte Kostüme pro Spielzeit für die Sparten an. Normalerweise dauert der Arbeitsprozess von der ersten Abgabe Figurinen der Kostümbildner*innen bis zur Premiere in der Oper etwa acht Monate. Über 100 Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Herren- und Damenschneiderei, Putzmacherei, Schuhmacherei, Kostümmalerei, Fundus, Stofflager, Ankleiderei, Wäscherei, Kostümbildassistenz, Produktionsassistenz, Produktionsleitung und Kostümdirektion setzen die künstlerische Vision mit fachlichem Wissen in die Realität um.